Das Genre der Zukunft

Die Webreportage


Matthias Eberl





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Textreportagen, Video und Audio-Slideshow: Gemeinsamkeiten & Unterschiede



  • Reportagen sind Erzählungen
  • Jede Erzählung braucht mindestens ein Ereignis
  • Ein Ereignis ist eine Zustandsänderung (vorher & nachher)
  • Wie wird ein Ereignis in Textreportagen, Video oder Audio-Slideshow vermittelt?

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Die Unterschiede zwischen Print, Film und Audio-Slideshow


  • Textreportagen verwenden Sprache und (meistens) einige Bilder
  • Audio-Slideshow hat mehr Bilder und zusätzlich Geräusche
  • Video hat zusätzlich bewegte Bilder

-> Wie wird das Bild für die Vermittlung von Ereignissen eingesetzt?
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Die zwei Ebenen eines Fotos


  • Denotationsebene
    Das pure Gezeigte, das "buchstäbliche Bild"
    -> alles, was auch ein Anfänger auf das Bild bekommt.

  • Konnotationsebene
    Ein Stil, eine Pose, eine Stimmung, eine Ästethik
    -> alles was ein guter Fotograf zusätzlich einfängt

-> Alle drei Medien verwenden das Bild konnotativ. -> Um die Unterschiede zu verstehen müssen wir uns auf das Denotat konzentrieren
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Kann ein Bild Bewegung darstellen?


  • Bereits 1766 Debatte von Gotthold Ephraim Lessing: Laokoon-Gruppe
  • Das Bild zeigt einen Schlüsselmoment, die Bewegung wird gedacht
  • Das gibt es bei allen Medien: Der Rezipient füllt Leerstellen aus

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Die Leerstelle im Text und im Film


  • Im Text: Alle Vorstellungen, die nicht genau beschrieben sind. Aber auch die Frage nach dem Mörder im Krimi. Oder der szenische Einstieg in der Reportage.
  • Film zeigt auch nicht alle Ereignisse!
  • Hitchcock - Fenster zum Hof: Leerstelle liegt in der Vergangenheit


  • 21 grams: Leerstelle liegt im Kamera-Off


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Leerstelle in der Audio-Slideshow


  • Großer Vorteil der Audio-Slideshow: Ereignisse im Bild vorstellbar
  • Film hat im On keine Leerstelle: Nur das gezeigt Ereignis
  • Film benötigt immer ein Ersatzereignis, um ein anderes vorstellbar zu machen (Beispiel: Tagesschau)

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Verdrängung des Ereignisses im Film




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Der Bühneneffekt in der Audio-Slideshow



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Audio-Slideshow: Funktionen des Bildes bei der Vermittlung von Ereignissen


  • Objekt
      
  • Schlüsselmoment
  • Bühne

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Audio-Slideshow und Video: Folgen dieses Unterschieds


  • Starke Verwandschaft mit Sprache, nicht mit Video
  • Weniger erzählerische Freiheit als Text, aber mehr als Video
  • Bühneneffekt für das Erzählen von Ereignissen in ein stehendes Bild
  • Hohe Aufmerksamkeit des Rezipienten auf die Tonspur

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Typologie der Audio-Slideshow


nicht nach praktizierte Formaten, sondern, der literaturwissenschaftlichen Erzähltheorie folgend, nach der Art ihrer Vermittlung. Also: Wer vermittelt die Erzählung (= Abfolge von Ereignisse).
  1. Ohne Vermittlung (Uneasy Street)
  2. Vermittlung ohne Sprache (keine praktische Verwendung)
  3. Vermittlung durch einen Sprecher (Beispiel: Obama Amtseinführung
  4. Vermittlung durch den Fotografen oder Journalisten
  5. Vermittlung durch den Protagonisten (Gutes Reportage-Beispiel: The Ninth Floor
Zum Nachlesen:
Typologie der Audio-Slideshow (theoretischer Text)
Moderne Diashows (praxisbezogenere Variante für Fachzeitschrift "journalist")
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Die Rückkehr des Ich-Erzählers


  • der Journalist als Figur in seiner Erzählung
  • im Textjournaliusmus verpönt
  • Fotos tragen anders als Film die Vergangenheit in sich -> es braucht einen authentischen Vermittler in diese Vergangenheit
  • bei Fotos ist der Fotograf meist schon "da" -> warum soll er nicht erzählen, wie es vor Ort war, wie es sich angefühlt hat?
  • sich kurz einführen, dann in den Hintergrund treten
  • persönlichen Bezug einsetzen (z.B. Greetings from the Jersey Shore)
Großartige Beispiele:
FAZ-Fotografen zum 11. September
Bill Cunningham, New York Times
Felix Seuffert: Schläge, Stürze, Schreie

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Mehr Infos


rufposten.de
soundslides.com (lebendiges Forum!)

Regelmäßig neue Audio-Slideshows:
NYT Multimedia
Mediastorm
sueddeutsche.de
faz.net

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